goldnen Zeiten. 26z,
arbeiten nicht getrauet; zu Fabeln Atreus und desLhyests zwinge ihn niemand. Die hohe Macht, diesie zugelassen oder veranstaltet hat, möge sie selbstrechtfertigen und cxponiren. Gar Moralisationen überalte Geschichte sodert man vom tragischen Dichter sowenig, als Büßpredigten zu erregende Bußthranen.Im Trauerspiel sowohl als im Lustspiel sind dieseoft selbst Dem widrig, der sie vergießet, sobald sieüber die Regel der Kunst hinausschreitcn. Schmerz-liche Thronen vergießen wir im Leben gnug; unan-genehme Begegnisse, niedrige Naturen verfolgen unsunaufhörlich; wer seine Kunst darauf anlegt,, unsmit diesem auch im Theater zu speisen, uns das unstäglich Drückende recht cinzuprg^cn, ohn' alle Arzneyuns den Kelch des Lebens ganz zu verbittern; keinKünstler, Giftmischer ist ec, oder ein unwissenderApotheker. Edle Charaktere, die unsrer Art, mitunfern Schwachheiten behaftet sind, sollen uns vor-leuchten ; Helden sollen uns vorstehn, die, wenn siedurch Gebrechen ihr Unglück veranlaßt haben, Diesund noch mehr das Unveranlaßte, klug abwenden, ge-setzt ertragen. Das Gute richtet auf, nicht dasSchlechte. In einer weinerlichen Krankenstube ohneArzt, in einem Siechhause voll Kerkerluft, wo keinFenster sich öffnet, wie unwohl wird uns! und wieoft haben wir dergleichen Bußsacristeyen, jämmerlicheFamilien - und Krankenstübchen im Theater!
Den schlechtesten tragischen Charakter nennet Ari-stoteles den Böfewicht, der will und nicht kann; wirhaben deren, die bittere, sogar christliche Thranenweinen, daß sie Dummheiten wollen und nicht ver-mögen. Hinweg mit ihnen in den Limbus!