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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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266 Frücht« aus,d«n sogenannt-belohnt, der Lasterhafte gestraft werden; so hört dieTragödie auf; sie wird ein tragisch - feycrliches Lust-spiel. Soll den Zuschauern der Codex ihres Gewis-sens aufgerollt werden, so bleiben sie weg; sie wollengeschmeichelt und amüsirt, nur amüsirt seyn." Fal-sche Vorspiegelungen der trägen Unkunst, aus Miß-verständnissen genommen, Schlaffheiten nährend, amedleren Theil der Menschheit verzagend.

Wer will dann, daß jede Tugend ganz belohnt,das Laster ganz bestraft werde? Wer will, daß einTheater das Faktum der höchsten und ewigen Gerech-tigkeit werde? Darf sich Dessen ein Mensch nur inGedanken anmaßen? Wir sprechen vom Verhangniß,wie wirs kennen, wie cs hier anspinnt, leitetund entscheidet. Nach Maasgabe Dessen federte Ari-stoteles, daß kein ganz vollkommener Charakter aufder tragischen Bühne erscheine; aber auch kein ganzlasterhafter Charakter. Jener, weil er über uns, die-ser, weil er unter der Menschheit sey, mithin beyKeinem von beyden Furcht für uns, Mitleid mit ihmstattstndc, weil bcyde unsres Gleichen nicht sind. Auchder tugendhafte Held sey nicht ohne Fehler, der Bösenicht ohne Anlage zum Guten; beyde seyn und blei-ben Menschen, über welche dann das Verhängnis«waltet. Walte es über sie, wie es ihm gefällt; dieWaage ihres inneren und äußeren Werths, ihreswahren Glücks und Unglücks, ihrer Schuld und Un-schuld bleibt dem Dichter. Ec zeige, was die wal-tende Göttin mit ihnen vornahm, wie sie es veran-laßten und ertrugen, menschlich. Ließ das Glücksie kleiner Fehler wegen sinken; wohlan! Er darfes nicht rechtfertigen; aber zeigen muß er, was in