füllt, eure Gottheit, turnen. Nicht Parterre undLogen. Noch mehr vergesset diese, ihr Dichter. Inteurem Herzen hängt die Waage / auf der ihr unsBegebenheiten und Gesinnungen zuwägen sollt; aufd.n ewigen Tafeln muß Euer Geist die Charakteregelegen haben, die er darstcllt. Hat er dies; so wer-den ihm Herzen und Geister willig folgen. Hat crsnicht: so bleibt jede Repräsentation kleinlich. Par-terre und Theater verderben einander sodann wechsels-weise und jedes walzt die Schuld aufs andre.
Vom Dichter muß das Gebot ausgehn; ihmmuß der Schauspieler, beyden wird das Publikumwillig gehorchen. Er kann es zwingen zum achtenGefühl, und zwingt es mit süßer Gewalt, unterdem Scepter inniger Wahrheit. Nicht seine Machtists, die er ausübt; Macht der Begebenheit, Machtder Regel. So lange ihm etwas willkührlich,ganz willkührlich scheint, siehet er selbst noch sein Zielim Nebel. Glaubt er gar, er könne das Ziel stek-ken, wohin er wolle, höhnt er das Gesetz — o sohat das Gesetz ihn längst verachtet.
Fortsetzung.
„Aber eine so strenge dramatische Gerechtigkeit,verödet sie nicht das Theater? Soll jeder tugcnd-hgfte Charakter in dem Maaße, wie er es verdient,