Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

z5o Früchte aus den sogenannt-

Die übernatürliche R.'izung böseKann sie nicht seyn und auch nicht gut. Wär'sböse;

Warum gab sie mir Handgeld zum Erfolg,Durch Eine Wahrheit? Ich bin Lhan vonCawdor.

Wär's gut, warum horch ich auf dies Einblasen,Das mir im schauerlichen Bilde schonMein Haar starr aufregt und mein ruhig HerzMir an die Ribben wirft, ganz der NaturZuwider.

Gegenwärtiges EreignißIst nicht so schrecklich als furchtbare Bilder.Der Mord mir in Gedanken, der doch nurFantastisch ist, erschüttert mich, den Mann,

So ganz, daß sein Vollbringen sich in bloßeEinbildungen verlieret, und was nichts ist,Ist nichts.

Welch ein phantastischer Sophist ! die That nur elu-dirend. Ein schwaches Hirn wie dieses ist jedesweitern Truges fähig und werth.

Banko. Sieh, wie er außer sich ist, mein Gefährt!Macbeth. Will mich das Schicksal König haben,

nun!

So kröne mich das Schicksal, ohne meinAnreden.

Banko. Neue Ehren, die ihm zu-

Gekommen sind, sie sind wie fremde Kleider,Die uns nicht passen. Doch sie werden paffendDurchs Tragen.

Macbeth. Komme dann, was kommen mag!

Die Zeit läuft ab, auch durch den rauhsten Tag.Dan ko. Würdiger Macbeth, wir warten auf Euch.Macbeth. Verzeiht. Mein tolles Hirn arbeiteteUeber vergeßne Dinge.