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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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gvldnen Zeiten.

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die blinde Göttin auf Menschen wie auf einen Mar-morblbck schlagen, und nennte diesen empfindungs-losen Block einen Weisen. Ein Fünfter triebe mitder Schickung Scherz; wenn fein Held Alles ge-than hat, fallt er ins Wasser oder bricht ein Bein,und Alles ist, als ob es nicht geschehen wäre; frey-lich solche Mißgriffe im Gebrauch dieses Wortszeigen ein klägliches Schicksal, und wenn Les-sing in einem andern Sinn die Tragödieein Ge-dicht nannte, das Mitleid erreget," so erre-gen solche Stücke wahres Mitleid. Mitleid nämlichmit dem Dichter; Abscheu gegen den Mißbrauch desmißverstandenen hohen Namens, ja des ersten Be-griffes der Sache selbst*).

War dies aber der Sinn der Griechen? Warumdringt Aristoteles darauf, daß im Trauerspiel Allesnatürlich zugehe und die Auflösung des Knotensnie durch Maschinen geschehen müsse? Warummacht er uneingeschränkt die Meynungen und Sittender Menschen zu Quellen ihrer Handlungen,ihres Glücks und Unglücks? und wägt miteiner Goldwaage ab, wie fern vollkommene undunvollkommene, gute und böseCharaktereins Trauerspiel, d. i. unter die Bürde des tragischenVerhängnisses treten dürfen? Dies- und jenseit ver-dammet er den kleinsten Fehler.

Und das mit Recht. Wollen wir der Bühnedie reine Darstellung menschlicher Charaktere mit

*) Dramaturgie B. s, S. »gZ. Hamb, bey Bode.