228 Früchte ans den sogenannt-
Oedipus, der König. Die Begeben-heit, das Unglück seines einst durch ihn gerettetenVolks, die Pest ist da; das Blatt des Schick-sals, warum sie dasey? wie sie zu versöhnen sey?'ist verhüllt; der Bote des Götterspruchs wird erwar-tet. Er kommt; ein Vater-, ein Königsmörder istin Tbedcn; durch seine Verbannung soll das Landentsühnt werden; niemand ist eifriger zu entdecken,wer dieser sey? als Oedipus. Und Oedipus istsselbst, der König. Welch ein Abgrund von Abscheuund Quaalen sich jetzt ihm und seinem Geschlechtauftbnt, höre man bey Sophokles, dem milden So-phokles selbst- Der große, glückliche König stehtunglücklich da, gebogen und gebeugt von der Handdes entscheidenden Schicksals.
.Mild begleitet ihn der Dichter nach Kolone,und laßt den Blinden, lange Gequälten dort seinGöttergrab finden. Dank dem neunzigjährigen Grei-.se Sophokles, daß er sich seines alten Verlassenenannahm. Dank dem Zufall, daß es uns dies Stückließ! So auch die Antigone, die edle Schwe-ster, die schöne Vestale. Tochter eines unglückli-chen Hauses; sie endet; sie versöhnt mit ihremTode das Schicksal.
PhiIoktet, der unglückliche, schmählich - zu-rückgelassene Held auf Lemnus. Man will ihn selbst,man well ihm seine Pfeile rauben; Ulyßische List,Achilleische Ehrlichkeit qerathen in Streit mit ein-ander. Er selbst ist im Kampfe zwischen Helden-ehre und dem traurigsten Jammer. Herkules er-scheint , der Sprecher des Schicksals. Er,der dem Philoktet die Waffen gegeben, der durch seinBequemen unter die hohe Macht des Verhängnisses