Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

gold nen Zeiten.

223

2. Angenehm sey die Rede des Drama;jede Gestalt der Nede habe ihre bestimmte Schran-ken. Bey den Griechen hob und verstärkte sie dieMusik, und auch sie in angemessenen Formen.

3. Zur Kunstnachahmung,

der Handlung, (an welches Wort sich bey Aristote-les Alles heftet) gehörte vorzüglich die Actio», dieGeberdung, der die Dekoration half. Alle dieseMittel, verständig vereint, untrennbar von einan-der , machten die Tragödie der Griechen zum höch-sten Poem, zu einem Kunstwerk.

4. Mittelst der Rede wirkt die Miniesis desTheaters, worauf? Deutlich sagt Aristoteles:aufReinigung der Leidenschaften." Wo-durch ? nicht durch laute Verkündigung, durchMoral, Sentenzen, Erzählung u. f. (sagt er) son-dern durch Erregung der Leidenschaftenselbst, durch Furcht und Mitleid.

5. Durch diese vollendet die Tragödie eineReinigung dergleichen Leidenschaften,(n-cus?-« 7r-«-K^v.Lm--.) Aristoteles steckte der Tragö-die ikr Ziel vor; wie sie es erreiche, hat er am W e-sen des Drama, der Fabel gezeiget.

Die Fabel, sagt er, d. i. die Verknüpfungdessen, was geschieht jst das Wich-

tigste von Allem, was zur Tragödie gehöret. Dieseist keine Kunstnachahmung der Menschen, sondernder Handlungen, der Geschäfte, des Le-bens, des Glücks und Unglücks. Dennauch das Glück bestehet in Handlung; eine Ab sichtdarauf ist eine Art Handlung, nicht blös eine B e-