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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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219
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goldnen Zeiten.

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Ein Grieche, der in unser Trauerspiel träte, andie musikalische Stimme des Seinigcn ge-wohnt, müßte ein t r a u r i g e s Spiel in ihm finden.Wie wortreich-stumm, würde er sagen, wie dumpf-und tonlos! Bin ich in ein geschmücktes Grab ge-treten ? Ihr schrcpt, und seufzet und poltert! be-wegt die Anne, strengt die Eesichtszüqc an, raison-nirt, deklamiret; wjtd dann Eure Stimme undEmpfindung nie Gesang? vermißt ihr nie dieStärke dieses dämonischen Ausdrucks? Ladeneuch Eure Sylbenmaase, ladet Euer Jambus euchnie dann ein zu Accenten der wahren Göttersprache?

In Athen wars anders. Unser Theater er-klang vom Jamb und Trochäus, vom Ehoriambund stürmenden Anapästen. Bcrsuchts und leset sielaut. Ob unsre Anssprache, unsre Deklamation,Action und Musik Euch gleich verlohren sind; EureKammer wird Euch zu eng', Euer Haus vpst schal-lender Luftgenien werden, indem ihr sic nur leset *).Denkt euch dies bestimmt - fortgehcnde, immer wech-selnde Melos, unterstützt jetzt von der Flöte, jetztvon andern Instrumenten, wie cs Scene und Lei-denschaft federten; hört es im Geist, und verstummtÜber eure verstummte Bühne."

') Wer die Griechen in ihrer Sprache nicht lesenkann, lese sich Bothens Uebersetzung des Eu-ripides laut vor. Ein erster kühner Versuch,dem andre folgen mögen. In ihm wird ein Geistlaut und lebendig, an den uns eine schleichendeProse-Uebersetzung kaum erinnert.