goldnen Zeiten.
2^7
Klop stock komponirtc, schwebet er allenthalbenauf Fittigcn der Empfindung des Dichters.
Je mehr die Quelle des Gefühls vertrocknet,desto glänzender mahlen und schildern wir auchauf der Lyra.
Zu unsrer Zeit, da das Oratorium beynahe ganzschläft, oder auch zu Opcrn-Arien gemißbraucht wird,ruft jedem lyrischen Dichter und Tonkünstler dieMuse zu, die einst einem edlen Jtaliänischen Dich'ter zurief:
Schlaf, Ländeley und Trägheit, ach sie habenAus unsrer Welt verbannet jede Lugend.Verscheucht von ihrer Laufbahn ist die MenschheitIn Banden der Gewohnheit festgebunden.
Und so erlosch dann jeder reine LichtstrahlDes Himmels, der in Glanz das Leben aufhellt;Mit Fingern zeiget man auf irgend Jemand,
Der aus Empfindung reine Ströme leitet.
„Was ist dann die Empfindung? Was die MyrtheDes bettelnden Gefühles?" Also prahlet,
Auf Ruhm und Wort und Geld erpicht, der Pöbel.
Dich also werden Wenige begleiten,
Dich anmuchsreiche, zarte, reine Seele!
Um desto mehr bitt' ich dich, holdes Wesen,Verfolge Deine Bahn, groß — wenn auch ein?sam.