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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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gold neu Zeiten.

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die erste Bedingung der Gesangessprache zu seyn;und doch, was bindet fester als d,eHarmonie?Eben in dem süßen Bande ihres Gesetzes liegtder Zauber. Daß man sich diesem sanften und bo-hen Gesetz unentweichlich, alle seine Empfindungen inihm verschlungen fühlet; daß Leid und Freute, dasganze innere Gefühl in seiner Weite und Tiefe sichnicht anders als harmonisch aussprechen kann, daßcs melodisch ertönen muß, dies ist die hulige Ge-walt, die uns ergreift und umschrankc, und im In-nern regelt, ja die uns unter dieser Regel mit Allemzusammcnband, mit Allem zusammenstimm te.

Denn nun treten entweder mehrere Stimmenzu einander; cs wird Ein Ehor, das Feyerlichste,das je ein irdisches Ohr hörte. Ein von vielenStimmen und Instrumenten gehaltener harmonischerTon durchdringet die Seele. Oder die Summenthcilen sich; sie antworten oder begleiten einander;süße Eintracht, das Bild himmlischer Zusammenwir-kung , Liebe und Fr.undfchaft. Oder sie' verfolgeneinander, kaMpsen, umschlingen, verwirren sich, undlösen einander zur süßesten Beruhigung aus; trefflicheDarstellung des ganzen Gewebes unsrer Empfindun-gen und Bemühungen auf dem Kampfplatz des Le-bens. Wem Worte und Töne dies verbündetausdrücken, der wird über sich, aus sich hinausgezo-gen ; nicht etwa nur in einem Spiegel erblickt er, erempfindet, wenn man so kühn reden darf, dieEthik und Metaphysik seines menschli-chen Daseyns. Wozu wir geboren wurden, waswir seyn sollen, wie alles vielartig zusammenftimme,und' nach dem härtesten Kampf im liebevollen Zwistsich harmonisch auflöse.