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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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doch, wie viel sie auch aus schließt. Da iu ihrAlles der Action angemessen werden muß; so qe bie-tet diese. Und mit ihr gebieten die Töne; unterbeyder Herrschaft muffen die Worte sich fügen. Wienun? Hat die Musik sich ein eignes freyes Feld inOuvertüre», Sonaten u. f eröffnen dürfen, wo sie,unbehindert von jeder andern Kunst, ihre Flügel aus-breitet, und oft den höchsten, wildesten Flug nimmt;warum sollten Poesie und Musik, zwey Schwe-stern, sich nicht auch gesellen, um gemeinschaftlich,ohne Rücksicht des Zwanges einer dritten Kunst, ihreKräfte zu üben? So wird das Oratorium, dieCantate. Es kommt wie vom Himmel, ohne zer-streuenden, das Auge fesselnden Lhcaterschmuck, ver-hüllet gleichsam wie eine Vestalc. Oder vielmehr,unsichtbar fließen nach und nach Stimmen undTön? in unsre Seele, vom zartesten Tropfen bis zumvollesren Strom, an keinen Faden gereiht, als anden leisen, aber mächtigen, unzerreißbaren, der Em-pfindung. In diesen Ufern oder auf diesem hohenMeer leitet und regiert das Schiff der Meister.

Große Idee! und sie ist natürlich. Sobald einWesen sang, folgte es dem Strom der Empfindung.Vom einfachsten Liede an, in Tönen der Freude, derLiebe, des Seufzers, der Klage, in Ode, Elegie,Hymnus, Canzone, bis zum feurigen Dithyrambusöffnete sich das menschliche Herz, seine Gefühle aus-sprechend, austönend. Es erhebt sich im Fluge undsenkt sich nieder; es weitet und schließt sich; immeraber macht es sich Lust. Viel-bewegt, harmouisch-besanftiget fühlt es im Aether der Töne sich wie mithimmlischem Trank gelabet, der ganzen Ratur gleich-stimmig, glücklich. U »ge b u n d en h e i t scheint also