i74 Früchte aus den sogenannt-
dergleichen Traumen der Un- oder Uebernatur Ge-schmack finden können. Sind wir im wirklichenTraum nicht eben sowohl in einer Aauberwelt? undwie wahr sind uns die Träume! Darss also keineKunst geben, die uns mit den schönsten Träumenaufs schönste auch wachend vergnüge? Einmal ineine Welt gesetzt, in der Alles singt, Alles tan-zet, entspreche auch die Welt ringsum dieserEemüthsart; sic bezaubre.
Nach leisen, sodann wilden und verworrenenAnfängen in Italien trat die Oper in Frankreichauf. Hier fand sie eine wenig accentuirte, flüchtige,fast unmusikalische Sprache und «inen verwöhntenGeschmack. Diesem bequemti sie sich; dagegen aberbrachte der rastlos-muntere, raisonnirende Geist derNation in das, was sonst ein Chaos der Töne undScenen gewesen war , Anstand und Ordnung.Hinter verwirrten, gemeinen Stücken der alterenFranzösischen Opcrndichtcc trat der bescheidne Qui-ll au lt auf; Er in seiner Art ein so großer Ordnerdes lyrischen Theaters, als Corneille und Ra-cine es für die Tragödie seyn mochten. Qul-nault hat so starke und so süße Stellen, als jenetragische Dichter in ihrer Gattung; dazu in einerSprache, die der Musik mehr widerstand, als dertragischen Rede. In Recitakiv und Chören hat erdas Französische Sentiment zur Musikgleichsam orqanisirt. Klarheit der Exposition- Ord-nung, Folge der Scenen, Anstand sind in seinenStücken, wie bey jenen Dichtern. Daß er Sujetsdieser Gattung wählte, daß er seine Flöte zur Po-saune des Ruhms , seine Lyra zur Galanterie stim-