r 70 Früchte aus den sogenannt-
nicht eine andre Freundin haben, die sie begleitet?Es ist die Musik; Töne unterstützen die Gcberdenatürlich. Nicht nur, daß in beiden aus demZeitmaas, auf Modulation so viel beruhet;denn auch in Geberden, im Gange, im Auge, inMiene und Handlung spricht Bewegung, Maasder Bewegung das Meiste, Nichts z. B- störetuns mehr als ein ungleicher Gang, eine stockendefalsche Stimme, u, f.; sie bringen uns gleichsamganz aus dem Takt unsrer Seele-
Aber nicht Bewegung allein; die Töne sind ebendas, was einem andern Sinn die Gcberdcn sind,Ausdruck dcr beweglichen Natur, elasti-sche Schwingungen, eine unmittelbare Hcrzcns-sp rache.
Gleiches zu Gleichem gesellet sich also; ja Einsruft das Andre auf und führet es mit sich. Mitderwicderkommcnden Geb erde des Abwesenden kommtuns gern, auch ohne Worte, der Ton feinerStimme wieder. Bcy einer uns entzückendenStellung wünschen wir, daß sie Ton würde! Wennauf dem sprechenden Theater edle oder sanfte Em-pfindungen zur größesten, d. i. einfachsten Höhe stei-gen, heben sid sich entweder selbst zum Ton, oderWir vermessen und entbehren schmerzhaft die ihnenanaloge Tone, mit denen sie unserm Gefühl nachdie Natur selbst verknüpfte.
Vey allen Völkern der Erde gefetteten sich alsoTöne und Geberden. Die Tänze der soge-nannten Wilden sind mimisch, sie seyn Kriegs-vder Friedens-, Freuden-, Spott - oder Liebestan-ze. Freude und Liebe, die süßesten Empfind»»-