goldnen Zeiten. n.69
wenn auch dieser heuchelt, verrath sich das ganzeHerz oft — durch Eine Geb er de.
Traue man ja dem Naturspiegel, den die ewigeWahrheit selbst uns aufgestellt hat! Er kann nichtlügen. Nur schaue man mit reinem Verstände undunvorgefaßtem Herzen in ihn, nicht flüchtig, sondernaufmerkend.
Wie mächtig ist eine Geberde! UeberZeu»gend, aufregend , bleibend. Wenn wir an einenAbwesenden gedenken, stellet sich uns zuerst eineGeb erde von ihm dar, oder vielmehr Er selbstcharakteristisch in seinen Gebcrden. So verewigensich in uns M 0 m ente des Zutrauens und derLiebe, wie des Widerwillens und Abscheus. Denkean einen Menschen; wie Dir sein Bild in der Ge-berdung zuerst einfallt; so ist er in Dein Herzgeschrieben.
In zarten sowohl als feurigen Empfindungenhangt Alles an der Geb erde; oft entweichenwir selbst dem Wort der Lippe, als ob es jenenjnnern Ausdruck schwächte oder entweihte. „O sprichnicht, sagen wir; gib mir deinen Blick, deinenWink; die Seele selbst ist ja unaussprechlich." Imseclenvollestcn Ausdruck des Schauspiels hangen wiran Einer Geberde, und überhören gerne das Wort;„wozu, sagen wir, ists nöthig? da Jene Alles sa?
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Wenn aber die Geberde der Empfin-dung Worte verschmähet, wird sie in der Natur