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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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i52 Früchte aus den sogcnannt-

könnte man bey Manchem solcher Denkmahle sagen.Im Leben hungerte der große Mann; im Grabe,vielleicht nach Jahrhunderten giebt man ihm einenStein; nicht ihm, sondern sich selbst, seinem Ge-schmack und Reichthum zum bleibenden Denkmahl.Mit einer Allegorie wird er bezahlet.

2 . Die Allegorie der Kunst spreche sichselbst aus; sie verachte eine Inschrift. ElenderErfinder, der in Worten sagen muß, was er schonin der Bildung sagen wollte. Er spricht mit zweyZungen, und übersetzt sich selbst. Ist die gebildeteAllegorie rechter Art, eindringend, lieblich, unver-geßlich ; an auolrgendcn, anwendenden, dankbaren,ja entzückten Epigrammen auf sie wirds ihr nichtfeblen. Je vielfacher in diesen ihre Bedeutung ge-wandt , und angewandt wird; ihr um so mehr zumRuhme! Gedanken oder Empfindungen zu weckenwar ihr Zweck; ocn hat sie erreichet. Eine Allegorie,auf welche niemand eine Inschrift machte, als ihrFinder, hat sich überlebet. Zum Emblem und ausMünzen gehört die Inschrift.

3. Jeder Gattung darstellender Allegorie gebührtihr Ort, eine ihnen heilige Statte. Werseinen Gedanken selbst nicht ehrt, erwartet er, daßandre ihn ehren werden? Stellten Griechen und Rö-mer ihre erhabensten Götter an die Landstraßen?Sic gaben ihnen Tempel, und im Tempel den hei-ligsten Ort. Seine zarteste Gedanken, iheilt mansie Jedermann mit, oder den Freunden? Oft kaumsich selbst. So unsre Denkbildcr; sie sind Vcr-rather unsres Geschmacks, wie unsrer Denkart, Sie-gelringe unsres Lebens. Wer täglich zwischen Alle-