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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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goldne» Zelten.

irr

Künstler nicht eine gleiche Basis der Kunst mit denunfern nahmen, so können sie auch nach unfern Re»geln der Mahlerey nicht deurtheilt werden. Von Bas-reliefs gingen die griechischen Gemahlde aus, undhiclten sich immer in diesen Grunzen; mithin warihnen an rechtem Ort die Allegorie unvcrwehrct.Unsre Mahlerey hingegen, die in das Weiteste hin-ausmablet, wo flöge sie mit ihren Allegoricen hin?Gemeiniglich an die Decken der Zimmer, wo -Horenund Genien, Nacht und Tag, Morgen und Abend,Ruhm und Glück schweben. Eine Uebcrsicht her be-rühmtesten dieser Allegoricen in Italien /und Frank-reich wird zu ihrer Zeit folgen. Guercino's,Guido's Aurora, Raphaels Galathca, dieHochzeit der Psyche, sein Parnaß, Giulio Ro-mano, die Allegoricen der Earacci, des Rheni,Salvator Rosa u. f. fodcrn eine Auseinander-setzung von vielseitiger Art.

Was sagt nun das Gesagte?

r. Allegorie der Kunst, wie nu'r das Wort ge-wöhnlich nehmen, fodert einen engen Umfang.Indem sic mit Wenigem Viel, dazu dieses leise odergleichsam stumm sagen will, ist sie ein zartes Me-mento. Nichts erdrücket uns mehr als kolofsalischeAllegoricen; ein Gedanke, in Fels gehauen, großwie der Berg Athos, wird klein, wäre es auch dergrößeste Gedanke. Konnte, denkt jeder, das nichtmit Wenigerm gesagt werden? Allegoricen solcherMasse, Ruhm, Tugend, Zeit, Ewigkeit u. f.überlassen wir gern Triumphbögen, Siegcspforten,Illuminationen, Grabmahlern, der Abtey zu West-münster.Sprich, daß diese Steine Brot werden!"