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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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1-44 Früchte aus den sogenannt-

sehene, in uns begrabne Gestalten, wie sie uns einsterschienen, aus der Vergangenheit hervor; auch niegesehene Gestalten laßt sie auftrcken; sie schafft,sie wirket. Ist sic etwa ein dunkles Abbild jenerunendlichen Schöpferskraft, die, indem sie denkt, auchschaffet, die, indem sie will, auch wirket?

Und in dieser G csta lte nb il d ung, wenn sieguter Art ist, sind Menschen so froh und selig!Schafft nicht Jeder bei,nah sich auf seine Weise pa-radiesische Opiumtraume? Er zürnt, wenn man ihnzur nackten Wirklichkeit aufweckc. In Jenen ist Al-les geistiger als vor dem körperlichen Auge; leuchten-der das Licht, Heller der Mond, entzückender derKlang der Töne. Die Gestalten, die der Geist er-schuf, sind Geist, sind Leben.

Der Dichter ahmt diesem göttlichen Bil-dungstriebe nach; oder vielmehr, er wirkt unterihm mit Verstand und Absicht. Sind seineGestalten leer, seine Formungen schwach; unbedeu-tend, unbestehend, uncrfrcuend, sich selbst und einan-der zuwider; er kann viel Andres, vielleicht auch einNützlicheres seyn, nur ist er kein Dichter. Dagegenein Andrer, mit wenig Worten, mit wenig Bildernuns in eine neue Welt zaubert; wir sehen die Bil-der , mit ihnen lebend.

In wie hohe Würde tritt hiemit die Dichtkunst!Sie wirkt in der Kraft, sie wirkt in der Macht,mit der der Schöpfer wirket. O erschüfe sie also im-mer auch mit seiner Weisheit, mit seiner Güte,mit seinem Versta.nde! Ihr gebt uns geistige

Wel-