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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Früchte aus den sogenannt-

bar. Überhaupt ist nichts ungesalzener und grausa-mer, als die Phantasie eines Kindes durch schreckendeTruggestalten zu verderben. Waren diese überdemeben so Verstand - und Zwecklos als schrecklich undhäßlich; Vater Günssrt selbst würde sie schwerlich er-zählen. Und doch haben sich diese Mährchen einJahrhundert hin erhalten; und wie viel taube Eyerdieser Art und Kunst hat die französische Mutter-Gans durch die Brut ihrer Nachfolgerinnen gelegct!

Wer an der Heiligkeit einer Kinderseele zweifelt,sehe Kinder an, wenn man ihnen Mährchen erzäh-let.Nein, das ist nicht so, sprechen sie; neulicherzähltest Du mir es anders:" Sie glauben alsodem Mährchen poetisch; sie zweifeln an der Wahr-heit auch im Traum der Wahrheit nicht, obsie wohl wissen, daß man ihnen ein Mährchen er-zählet. Und wird in Diesem ihr vernünftiger odermoralischer Sinn beleidigt, empfangen Laster undTugend im Fort- und Ausgange der Dichtung nichtihr Gebühr, Lohn und Strafe; unwillig horcht dasKind, und ist mit dem Ausgange unzufrieden.DasMährchen gefällt mir nicht; erzähle ein andres."Wie? und diesen heiligen Horchenden wollten wirFratzengestalten, häßliche Larven vorführen, dje we-der in sich noch mit der Welt Bestand haben? Insie wollten wir Phantome der Furcht und desSchreckens lagern, die sic vielleicht lebenslang nichtloswerden, die in Krankheiten, in Situationen derGeistcsschwachheit ihnen wiederkommen und dereinstihr Alker, wohl auch ihren Ausgang aus dem Lebenstören? Denn wunderbar hängt unsre innigste Phan-tasie an diesen Jugendkräumen; sie bilden oder Miß-bilden mehr als alle Eure trockne Lehrsysteme. Wer