L9 § r ü c h te a us d c n so ge n annt-
r. Jeden Schnickschack, der nichts weniger alseine große feste Ordnung der Natur in Lehre dar-stellt. Holbergs genannte Moral, „daß keine Crea-tur weniger in Zucht zu halten sey, als eine Ziege,"hat in den Fabelbüchern viele Schwestern, denenAbschied zu geben ist, wenn je die wahre große Na-turfabel ihren Werth wieder erhalte» soll. Wir sinddieser Kindcreyen unwichtiger Lehren satt und müde.— Abgeschnitten werden
2 . Alle Erzählungen z u sam m e n g e fl i c k-tcr Situationen, die darauf hinausgehen, daßThier oder Mensch eine scharfsinnige Sen-tenz sage. Erscheint diese Sentenz nicht, in derLebensweise der Dargestellten gegründet, jetzt inHandlung sichtbar, so möge der Einfall seyn was erwolle; seine Einkleidung ist keine Natur- und Kunst-fabel. Wie manches witzige Histörchen schleicht sichhiemit weg aus dem strengen Gebiet der Fabel.
3. Die angebliche Moral der Fabel ver-schwindet als ein verführendes Scheinwort völlig.Von welchem Thier sollen wir Moral lernen?Vom Wolf oder vom Bar? Kein Thier ist derMoral fähig; keins muß ihrer fähig se»n, wennes fabelmäßig, d. i. charakteristisch handeln, und dieFabel nicht selbst vernichten soll. Auch die sittlichenFabeln nannten wir deshalb nicht moralische, son-dern ethische Fabeln; an den Sitten, auch dergefälligsten Thiere lernten wir nichts als Natur-ordnung. Moral sagt der Mensch sich selbst; swentspringt aus seinem Verstände, aus seinemHerzen. Wozu der Dichter die Fabel darstellte, istLehre, aus der sodann nach jeder neuen Wendung
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