goldnen Zeiten.
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Ich zweifle. Heissen wir den Wolf, den Tiger derFabel nach Umständen nicht eben so inniger, weiler uns die ganze Gattung auch der Menschen-wölfe und Tiger unverlarvt, in ihren Gesinnun-gen, Entschlüssen und Thaten charakteristischdarstellt? Bemitleiden wir nicht das unschuldig-un-glückliche Lamm um so mehr, da wir in ihm eineganze Gattung gleich Unschuldiger dem Rachen desWolfs, den Zahnen des Tigers hüls- und rettungs-los hingegeben sehen? Und wer nähme in sittli-chen Fabeln an der muntern Lerche, der liebendenNachtigall, der treuen Turteltaube u. f. nicht für alleCharaktere ihrer Art herzlichen Anthcil? Um somehr Antheil, da die Fabel in die Kinderwelt ge-höret und wir bey ihr in die Empfindungen der Kind-heit zurücktrcten. Nirgend fast sonst erscheinen dieCharaktere lebendiger Wesen Hassens - und liedens-werlher, als in der Fabel, eben weil sie diese Cha-raktere rein darstellt. Haß und Liebe in ihr wer-^den Leidenschaften des Beistandes; so riefgewurzelt,so allgemein und daurend, als diese Typen derNatur selbst sind. Die Hyäne der Fabel hassenwir über und für alle Hyänen; die mütterlicheNachtigall lieben wir als Urbild aller Mutter?liebe.
Da nach dieser Theorie die Fabel einen so tie-fen Grund, einen so reinen Umriß bekommt; wievieles schneidet dieser Umriß weg, das, wenn manes genau prüfet, die Fabel eben verächtlich gemachthat! Er schneidet ab