8o Früchte aus den sogen annt-
denz ihres Daseyns. Hierauf gehet ihr Fleiß, ihreKunst, ihre väterliche und mütterliche Sorge.
Die Fabel, die diese große Haushaltungdes Strebens und der Liebe in einzel-nen ausgesuchten Fallen und Momenten darstcllt;reich an tausend Lehren ist sie sittlich und kannsogar rührend werden. Der alte Spruch: „Gehehin zur Ameise, du Träger" ist in der Fabel vonihr und der Cicada ans Licht gestellt; so mancheandre Fabel von der Erziehung der Jungen, vomgeselligen Beystande, dem häuslichen Leben der ver-,schiedenen Geschlechter unter einander, von ihrerTreue, ihrer Wachsamkeit, ihrer Freundschaft undGroßmuth sind, da diese Sitten aus dem ewigenNaturcharakter und Instinkt der Geschlechter stam-men, Fabeln des großen Natur-Ethos,ethische Fabeln, die auch uns unsre Pflichtenals Gesetze der Glückseligkeit aller Le-bendigen in ewigen Charakteren vorzeichnen. Ebenaus diesem tiefen Grunde eines Natur-Sittengesetzesberuhet ihre mächtige Wirkung. Nur so ist die sitt-liche , d. i. die ethische Fabel denkbar.
3. Wie waren endlich die Fabeln zu nennen,die den höheren Gang des Schicksals un-ter den Lebendigen bezeichnen? Wir würdensie dämonische oder Schicksalsfabelnnennen, Fabeln der Adrastea oder Aisa.
Nicht immer nämlich kann im Naturgangeselbst anschaulich gemacht werden, wie aus diesemein Andres durch innere Consequcnz folge;da tritt nun die große höhere Folge der Be-gebenheiten, die wir bald Zufall, bald Schicksal.
nennen,