goldnen Zeiten.
77
Lessing selbst? Hätte Bodmer seine unartigeParodie *) schreiben können, wenn der Dichter nickthie und da den Gedanken - und Empsindungskreisseiner Fabelgeschöpfe zu sehr erweitert, und biswei-len in das höchste Gebiet der Menschcnvernunft ge-rückt hatte? Gebildeten Lesern sind diese Fabelepi-gramme sehr willkommen; Lesstng hörte man gern,wen er auch spreche. Zu Aesop indeß verhalten sichseine Fabeln oft, wie der Schmetterling zur Raupe.Aus ihr gezogen, fliegt der neue Einfall in glän-zender Gestalt hervor; die alte Fabel indeß warihm als erste Form und Nährerin unentbehrlich.
Seit Aphthonius hat man die Fabelnin vernünftige, sittliche und v e r m i schteeingetheilet; auch Wolf und Lessing folgten die-ser Klassifikation, jeder mit eigner Bestimmung ih-rer Worte. Mich dünkt, die Adrastea der Na-tur, der die Fabel, wenn sie rechter Art ist, die-nen muß und dienet, beut uns eine Bestimmungdieser Klassifikation dar, die schwerlich zu andernseyn möchte. Macht nämlich die Fabel eine Lehreals Naturgesetz in einem einzelnen Fallder großen Naturotdnung anschaubar: ko istdiese Lehre entweder
r. Theoretisch.
) Lessings unasopische Fabeln n.f. Zürich 1^760.