goldnen Zeiten. ?5
Charaktere *)." Soll in diesem zusammenqesetz-ten Ausdruck die allgemeine Bekanntschaftmit den Thicrcharaktecen das Hauptmomcnt der Ur-sache seyn, so litte der Satz eine Einschränkung.Manchen Thicrcharakter, wie er jetzt zum Zweckdes Dichters dient, kannte ich vielleicht nicht; ausder Fabel selbst werde ich ihn leicht kennen lernen.Der tiefere Grund liegt, (ich kenne sie vorher odernicht) in der Thiercharaktere unveränderlichenBestandheit, als einer gegebnen Naturord-nung. In dieser sind sie unver and erlich-han-delnde Wesen, und können uns, mehr als der viel-seitige, veränderliche Mensch, eine Ansicht der Na-turordnung in ihrer Permanenz und Fol-ge anschauend zeigen. Pflanzen und Baume des-gleichen, ja alles, was zu sprechenden Natur ty-pen gehöret. Daher die größere Wirkung der Fa-bel als der Parabel oder eines Beyspiels aus demMenschenleben. Dieser Mensch handelte so; ein an-drer, ja Er selbst zu andrer Zeit kann und wird an-ders handeln. Der Fuchs in der Fabel aber stehtfür alle Füchse, die Cypresse für alle Cypressen.
Auf die Frage: „wie weit der Fabulist dieNatur der Thiere und andrer medrigern Geschöpfeerhöhen und wie nahe er sie der menschlichen Na-tur bringen dürfe?" antwortet Lessing kurz: „soweit und so nahe er immer will, wenn sie nur inihrem Charakter denken, reden und handeln. Haben
) Lessings Fabeln S. r8i. 187,