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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Naturzwang hat den menschlichen Verstand ge-bildet.

Die äsopische Fabel stellet ihn dar. Sie beruhtganz ans der ewigen Bestandheit und Konse-quenz der Natur; Eines Theils, wie Jedes inseinem Charakter handle, andern Theils, wie ausDiesem Das folge. Die schönsten und eigentli-chen Fabeln sind also hcrausgerissene Blatter ausdem Buch der Schöpfung; ihre Charaktere sind le-bendig-fortwährende ewige Typen, die vor unsstehen und uns lehren. Je gemäßer der Natur-ordnung ein Baum, ein Thier in der Fabel er-scheint, so daß, wenn ihm die Sprache gegebenwürde, es in solcher Zusammenstellung nicht anderssprechen und handeln könnte, je naturmäßiger dieZusammenstellung der Dinge selbst,auch nach kleinen Umständen in der Fabel ist, umso mehr wird sie nicht etwa nur anmuthig, sondernüberzeugend. Mit süßer Naturgewalt zwingtsie uns dse Lehre, die sie in Thal zeigt, anzuerken-nen, indem kein Geschöpf sich dieser großen Ketteentziehen kann und menschliche Vernunft eben darinnbesteht, Ordnung der Dinge anzuerkennen,und sich ihrer Consequcnz zu fügen.

So betrachteten alle Naturvölker die Fabel.Sie war ihnen ein Lehrbuch der Natur, demnur ein Schwacher oder Irrer zu widersprechen wag-te. Deßhelb richteten auch die bey Gelegenheit ge-sagten Fabeln bey der Menge so viel aus. DieFabel Jothams von den Bäumen, die einen Kö-nig begehrten, die Fabel des M enenius Agrippavom Zwist zwischen Gliedern des menschlichen Kör-pers