gvldnen Zeiten.
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Vorurtheil für die philosophische Dichtkunst, daß dieGriechen sie in so hohem Maas liebten! Mit wel-eher Felsi-nstarke kündigten Parmenides, Epimenidcsund mehrere ihrer Weisen die Wahrheiten ihres Sy-stems als Aussprüche der Muse an! NichtGesetzgeber und Gnomologen allein; eigentliche S y-stematiker kleideten ihre Lehrsätze in Sylben-maaße, deren überbliebne Fragmente uns den Ver-lust so mancher Geistesschatze bedauren machen. Diestärkste, reinste Aussprache der Wahrheit wird ihrerNatur nach allenthalben Dichtkunst; jedes Sy-stem ist selbst ein Poem, so fern es mit sich beste-hend, ganz und rein ist.
Bis zur lyrischen Poesie erhebt sich diephilosophische Wahrheit. Den Schatz der Griechenhierinn haben wir, außer Pindar und kleinen Bruch-stücken verlohren; Horaz aber, der die Griechen soschön bestahl, (vielleicht der schätzbarste Dieb allerZeiten) in wie trefflichen Strophen singet er unsWeisheit in die Seele!— So fein sind seine Wor-te zusammengesetzt, daß man sie nicht vergessen kann,wenn man gleich wollte.
In der neuern Dichtkunst, seit Dante und Pe-trarca, sind die schönsten Canzonen der Jtaliänerund Spanier Lehr öden. Von Lehre sing allent-halben die bildende Poesie an; die älteste Orientali-sche, Griechische, Jtalianische, Castellanische, Deut-sche Poesie ist voll Sprüche, oft Sprüchwörtern ähn-lich.
Und was sind die sogenannten Französische»Oden, die seit Malherbe in Gang kamen, andersals sonore Lehrgedichte, höher tönende De-