§2 Früchte aus den sogenannt-
Systcm, sind die Wahrnehmungen der Astronomieund gesummten Naturlehre, der Chemie und gesumm-ten Naturgeschichte, so wie die Geschichte des Men-schen von innen und außen so gebunden und geord-net, daß in Allen die höchste Reinheit und Einheit,ein Unendliches an Folgen in jedem Punkt erschei-net; kein Zweifel, ein solches System istselbst die reinste und höchste Poesie anWürde und Klarheit. Wie die Naturund Wahrheit, wie ein Genius wird es er-scheinen, reizend in seiner Einfalt, keines fremdenSchmuckes bedürftig. Die Disputirkabale wird un-ter seinem Blick, wie unter dem Fuß des Engelsvon Guido gemahlt der Drache erliegen.
Wie aber? Fügen sich auch Wissenschaftund Dichtkunst? ist zwischen Wahrheit undDichtung, zwischen Wasser und Feuer nicht ein ewi-ger Streit? Nach der neuern Chemie gicbt es keinedurchaus streitende Elemente; alle nehmen an einan-der Theil, sie verjagen und ersetzen einander. IstDichtkunst die reinste, volleste Darstellung der Wahr-heit: so muß sie jede Wahrheit darstellcn können,nicht nur in den kräftigsten Worten, sondern auchin ihrem tiefsten Grunde, mit inniger Zusammen-stimmung und Wirkung. Glaubt Ihr, daß Or-pheus Gesang eine Fabel sey? Der Orpheus derNatur wird, wenn die Wissenschaft reif ist, seineLeyer rühren. Das Schnittgericht (frackie:) eurerParagraphen haltet ihr für die einzig-beste Methodeder Wissenschaft? Für eure Lehrlinge mag es solcheseyn; der Üeberblick des Ganzen wird von selbst eineandre Darstellung fodern. Schon das ist ein gutes