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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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ein naiver Ausdruck. Wie eine Perle lag er inder Silbermuschel da; wohl dem Finder, wenn diePerle reif ist!

Denn was Hilst aller Schmuck und Pomp derGedanken, wenn ihnen Wahrheit fehlet? Ein Geist,der nach Witz und Scharfsinn hafchet, wird baldals ein falscher Geist (kaux Lgxrlt) unaus-stehlich. Unvcrrückt geht die stille Wahrheit ikrenGang fort, den falschen Witz, so sehr er auch blen-dete, abzustreiftn; langst vor Ende des Jahrhundertswaren in Frankreich manche zu Anfänge desselbenviclbcklatfchtc Einfalle und Wendungen zum Spottworden; die Schreibart hatte einen gesetzteren Ernstangenommen, zu dem sich jene alte Hofspielereyennicht mehr fügten. Vollends Zeiten und Anlasse,da man über Leben und Tod, über das Schicksalder Nation sprach, sie waren für Wort- und Ge-dnnkenspiele fast zu schwer, zu ernsthaft. Werdendie Zeilen wiederkehren, da in der französischen Aka-demie jeder Eintretende gesetzmäßig dem Hofe unddem Kardinal Wortblumen streuen mußte? DieZeiten, da selbst in der Akademie der Wissenschaftend'Alembert bey jeder seiner Pointe im Lesen innehielt, damit geklatscht wurde? Wie dem auch sey;dem Charakter unsrer Sprache und Nation ist derfalsche Glanz (kaux brillant) des FranzösischenWitzes fremde.

Durch Blumengarten von xsnsees öfters mas-sig zu gehen, ist beynahe gefährlich; der Duft derwürzreichen Blumen benebelt das Haupt und machtden geistigen nüchternen Sinn trunken. Keine Lese-rey federt eine so strenge Diät als das Lesen abge-