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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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unabgebüßt noch auf unsrer Rechnung stehe, undseinen Augenblick der Einforderung erwarte, wofürund wogegen uns Dies oder Jenes komme, womitwir es verdient oder veranlaßt haben? wie es weg-zutilgen sey, u- f. Immer nur durch überwinden-den, nie ersinkenden Muth, durch Zutrauen undHoffnung. Nur Tugenden höherer Ordnungin jeder Art verbessern begangene Fehler, und brin-gen oft ein reineres Gute hervor.

Diese Führung der Adcastea im menschlichen Le-ben, die manche Blüthe abwirfk, um Früchte zureifen, Sie sey das Augenmerk jedes moralischenSelbstbcobachters und Geschichtschreibers. Nicht unsleben wir, sondern dem Ganzen; das Ganze wirktauf uns, und preßt uns, Ihm anzugchören. Dergebildetste Mensch ist der, dem für sich und Jeder-mann die moralische Grazie ganz und willigin seiner Brust wohnet.

6. Unzicmend sind also Key jeder Selbstbe-schrcibung jene eckle N a c h sc h me c k e r e y e n ju-gendlicher Leichtfertigkeit, von denen auch Rousseau'sEonfcssivnen nicht fren sind. Eine Beicht (Eonfef-sion) soll diese Selbstdarstelluug nicht seyn; jene ge-hört Gott und dem Beichtiger; voll lüsterner Begiernach verlebten Jugendjahren ist eben als Beicht sieunanständig und häßlich. Wer über sich selbst spricht,soll ein reifer Mann seyn, der zwar swie Fran-klin es nennet,) die Jrrthümer und Abwege seinesLebens nicht verschweiget, sie aber auch nicht wieder-holen möchte, und linde nur an ihren Platz stellt.Dafür bedarf er dann auch keiner Bußthranen,noch weniger jenes ewigen Murrens mit Gott und