32 Früchte aus den söge nannt-
Wie Sterne einer andern Welt erschienen uns dieseEdeln; wie Sterne einer andern Welt glanzen sieewig in unserm Herzen, erquickend, erwärmend.Niemand ist, der auch in den fremdesten Lebensbe-schreibungen dergleichen Erscheinungen nicht mitWohlgefallen lese: sanft-bezaubert lieben und lobenwir an andern, was wir selbst vielleicht nicht leistenkonnten. Wohlan! andre höhere Gemüther werdenes leisten; und Du muntertest sie dazu an.
4. Ueber Fehler d er Jugend hüpfe mannicht hinweg; ihre Folgen ziehen sich durchs ganzeLeben. Dies baut seine Alter wie Stockwerke übereinander; unter dem Dache wohnt sich unsicher, wennder Grund des Gebäudes schlecht gelegt ward. Vor-züglich bemerke man den geheimen Feind, der unsmitsolgtc, unsre liebsreEigenheit, sobald sie wi-der Plan und Regel war. Sie zeichnete uns immer aus,machte uns oft anstoßcn, noch mehr vergessen, noch mehrversäumen. In jugendlichen Jahren sehen die Men-schen ihr nach, bewundern sie gar lachlend; im ernsterenAlter richten und strafen sie solche desto unerbittlicher,desto scharfer. Wohl ihm, den hierin die Vorsehungnicht verzärtelte, dem sie frühe, scharfe Eensorcnweckte! und wohl ihm, der das scharfe Negelmaasdieser Censur nutzte! Verzärtelte Lieblinge des Schick-sals sind in spätcrn Jahren sich und andern zurLast; ihre nicht abgeriebne Ecken und Breiten drük-ken und verwunden. Dagegen ist nichts liebenswür-digeres, als die gelehrige, sanfte Gcmüthsart einesMenschen, der sich selbst überwinden, sich selbst ob-legen, der das Joch in seiner Jugend tragen lernte-