gaben: denn wie sie, lassen sich weder Griechen nochRömer interpunktiren. Fast alle Sprachen Eurvpa'ssind ihnen indeß bcy Annahme des Baues ihrerSchreibart gesolgct. Wie die Begriffe zerlegt undgespalten werden; so auch der Ausdruck. Daß dieseüberfeine Schilderung der Charaktere von fremdenRationen mißlich nachgeahmt werde, ist durch sichselbst klar; in lebhaftgcschriebnen französischen Mc-inoirs thut sie keine üble Wirkung. Mit frischenFarben wollte man die Personen seiner Bekanntschaftmahlen; zu einer Gala-Nacht gehörte also auch —Schminke.
So viel die Farben; anlangend aber den Zweckund die Seele solcher Memoirs, wer könnte daranetwas tadeln? Jeder Mensch, der Denkwürdigkeitenerlebt oder verrichtet, hat das Recht sie zu erzählen;je verständiger, je unterhaltender, um desto besser.Wer ihm nicht zuhören will, verlasse die Gesellschaft.An einem stummen Memento mori als Inbegriffseines ganzen Lebens mag ein Karthauser sich er-bauen; Leben ist Aeußerung seiner Kraft; von demaber was Seele und Hand wirkt, will auch das be-wegliche Ruder der Vernunft, die Zunge, reden.Durch dies Sprechen über sich klärt sich derHandelnde selbst auf; er lernt sich als einen Frem-den im Spiegel beschauen, und was Shaftesburiso hoch anräth, theilen. Iwey Personen werdenaus ihm, Der gehandelt hat und Der seine Hand-lungen jetzt erzählt oder beschreibet. Zudem ist insolchen Erzählungen der Erzähler gewöhnlick) derkleinste Theil der Geschichte. Die Personen, mitdenen er bekannt ward, die Charaktere, die auf sei-