gold »en Zeiten. rr
aufrichtigste seyn will, doch auch einseitig, parthcy-lich. Es gehört ein Erwachen dazu, den Traumund Drang der Begebenheiten zu ordnen, wenn er— geträumt ist.
Wie viel gehört überhaupt zum leicht ausge-sprochenen Wort Geschichte neuerer Zeiten.Ein schätzbarer Schulmann ließ eine Rede über denSatz halten, „daß die neuere Geschichte zwar ange-nehmer, bey weitem aber ungewisser scy als die al-te" *) und führte zu dessen Bestärkung als ein eif-riger Verehrer der Alten manche Gründe an. DasUngewisse bey Seite gesetzt, in welches sich die alteund neue Geschichte verhaltnißmassig wohl theilenmöchte, ist die neuere Geschichte viel zusammenge-setzter und verflochtncr als die alte. Die Führungunsrer Geschäfte, ihre Hülfswerkzeuge und Maschi-nen, noch mehr die Entwürfe und Eharaktere derjüngeren Welt haben jene plane Evidenz ver-kehren, die uns in der Geschichte der Griechen undRömer bezaubernd festhalt. Alle Begebenheiten En-ropa's laufen in einander und ihre ersten Triebfedernsind oft, wo man sie am wenigsten sucht, im dun-kelsten Winkel, nicht etwa eines Kabinets, sonderneiner Gesindstube oder in einem noch heimlichemRaume. Die Register eines Staats, (Oepartementcgenannt,) tönen oft in einem solchen Gewirr, oderEins, gewöhnlich das Kriegswesen, ruft allen andernso laut vor, daß eine Geschichte der Zeit, d. i. eineHarmonie zu ziehen, gewiß das Werk nur eines
') Joh, Mich. Heinzens kleine deutsche Schriften Th.2 . S. 22Ü.