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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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unwürdigen Gefühle, wie dem des Neides, in solchem Grade be-herrschen lassen könne.

Er hatte mehrere Jahre im Auslande zugebracht, war mit dergewöhnlichen Vorstellung von dem Egoismus der Franzosen undbesonders ihrer Frauen vertraut geworden und seine Vorurtheile be-gannen aufs Neue zu erwachen. Doch war seine Liebe noch immerdas stärkere Gefühl und sein Verdacht, so sehr er sich nach den vor-liegenden Umständen in den Augen eines kühlen, unbefangenen Be-obachters hätte rechtfertigen lassen war bald besiegt. Während einersechsmonatlichen Bekanntschaft hatte er so manchen Beweis der rein-sten, liebenswürdigsten Selbstverläugnung gesehen, hatte so viel Scelen-größe in Mademoiselle HennequinS Betragen entdeckt, daß sein auf ihreBorzüge begründetes Vertrauen durch einen vorübergehenden Arg-wohn, wie er ihn eben jetzt beunruhigte, nicht zerstört werden konnte.

Ich weiß recht wohl, daß ich meinen Taschentuchkredit starkaus die Probe stelle, indem ich dem Leser zumuthe, an die Tugendeneiner französischen Erzieherin eines Paria-WesenS, über dessen un-glückliche Klaffe alle die Weisen unserer modernen, einbildungsreichenLiteratur ihr Anathem aussprechen zu glauben. Eine englischeoder gar amerikanische Gouvernante wenn es überhaupt ein solchesGeschöpf geben sollte, kann Immerhin die Sittsamkeit, Verständig-keit, Weisheit und Vortrefflichkeit selbst seyn; aber eine französischeErzieherin hat gleichsam eo ipso eine moralische Makel an sich,welche sie unbarmherzig aus dem Gebiete des literarischen Erbarmensverstößt. Und doch haben zwei der vortrefflichsten Frauen, die ichjemals kennen lernte, eben diesem Stande und Volke angehört. WaSaber die geheimnißvolle Person angeht, die uns gegenwärtig be-schäftigt, so werde ich ihren wahren Charakter nicht eher enthüllen,als bis der rechte Moment zur Entwicklung gekommen seyn wird.

Dem gutem Shoreham blieb nicht viel Zeit übrig, um sichüber weibliche Launen und Motive in philosophischen Betrachtungen