Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127

jungen Dame, die solche Taschentücher führt, müßte, um nur einiger-maßen in einem Verhältnisse zu stehen, in die Tausende hinein kosten."

Aber ich habe ja nur ein einziges, liebe Mutter! und sokönnen wir für meinen Schmuck bei den Hunderten stehen bleiben."

Ein Taschentuch klingt dafür auch gar armselig, mein Kind.Hat man ja doch kaum an Einem Hut genug."

Gerade so sprach Mary Warren. Aber Du brauchtest ja nurein einzig Wort zu sagen, wenn Du diesen Einkauf nicht gernesahst gewiß wäre Dein Wunsch mir Gesetz gewesen.

Ich weiß es, Herz, und fürchte gerade, Dein musterhaftesBetragen ist es, was mich in diesem Falle fahrlässig machte. Duweißt eS ja, Dein Glück, Deine Interessen find immer mein höchstesZiel, nur scheinen sie manchmal in Konflikt mit einander zu gerathen.Welcher junge Mann wird zum Beispiel seine Gattin unter Mäd-chen wählen wollen, welche solche Summen für ihre Taschentücherausgeben ?"

MrS. Monson begleitete die letzten Worte mit einem Lächeln,in welchem sich, wie in dem Ton ihrer Stimme, ein so innigesmütterliches Gefühl aussprach, daß Julia sich unwillkürlich davonergriffen fühlte.

Ich fürchte fast, beste Mutter," entgegnete sie erröthend, wie-wohl sie mächtig mit sich kämpfte, um unbefangen zu erscheinen,Du denkst wieder an Betts Shoreham. Ich weiß nicht, wie eskommt, aber Du und Mary Warren ihr scheint bei jedem Anlaßsogleich an Mr. Shoreham zn denken."

Die Mutter lächelte abermals, und die Antwort, welche sieihrer Tochter gab, war keineswegs vollkommen aufrichtig:

Der Name Shoreham kam nicht über meine Lippen; Duhattest also auch keinen Grund zu vermuthen, daß ich an ihn dachte.UebrigenS glaube ich schwerlich, daß Du oder irgend ein anderesMädchen durch den Besitz eines so kostbaren Putzartikels in seinenAugen sonderlich gewinnen würde. Er ist zwar vermöglich, aber