Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

111

daß die Unterhaltung in'S Stocken gerieth, bis der Wagen dieThüre erreicht hatte.

Mutter und Tochter waren nicht wenig überrascht, Mr. Hal-facre noch auf zu finden. Er ging mit großen Schritten undaugenscheinlich in großer Verstörung beim Scheine eines einzigenTalglichts im Salon auf und ab.

Mein Gott!" rief seine FrauDu noch auf zu dieserStunde! Was kann denn vorgefallen sehn? welches Unglück hatan unsere Thüre gepocht?"

Es ist nichts, als daß wir Bettler sind," erwiederte der Mann miteinem bitteren Lächeln, welches bewies, wie er selbst in diesem furcht-baren Augenblicke eine unmenschliche Freude darüber empfand, daßer die Andern eben so elend wie sich selbst machen konnte.Ja,MrS. Henry Halfacre ja, Miß Eudosia Halfacre, Sie stehenBeide am Bettelstab ich hoffe, Sie werden diese Auskunft ge-nügend finden."

Das heißt also, Du hast fallirt, Henry?"Dieses Wortwar in New-Dork zu wohl bekannt, um nicht sogar von Damenverstanden zu werden.Laß mich das Schlimmste auf einmalhören ist eS wahr, hast Du fallirt?"

Ja, es ist wahr ich habe fallirt. Meine Noten findheute bis zu fünf und neunzig tausend Dollars protestirt worden,während ich nicht fünf und neunzig in der Bank habe. Morgenverfallen weitere drei und zwanzig tausend und mit Ablauf diesesMonats werden noch hundert und dreißig tausend Dollars mehrdazu kommen. Die verdammte Depofitengeschichte und dieser Tigervon Jackson find an Allem Schuld."

Die Wahrheit zu sagen, die beiden Damen waren nicht wenigbestürzt. Sie weinten und einige Minuten lang herrschte tiefesSchweigen; aber die Neugierde trieb sie bald zu weiteren Fragen.

Dies ist ja entsetzlich, und mit einer so starken Familie!" hob