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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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Neuntes Kapitel.

Dch mochte etwa vierzehn Tage in dem Laden gelegen haben,als ich eine Stimme, so fein und vornehm wie die Adricnnes, nachTaschentüchern fragen hörte. Mein Herz schlug hörbar vor Freude;denn das alberne Geschwätz meiner Kameraden hatte ich über undüber satt. Diese Leute hatten alle so etwas von einer eouturieroan sich, nicht Eines unter ihnen allen hatte je eine ordentlicheStellung in der bessern Gesellschaft bekleidet; ihre Albernheitenwollten kein Ende nehmen und die gemeine Vertraulichkeit, mit dersie sich über ihre zukünftigen Käufer ausließen, erinnerte lebhaftan die Bälle in den Oliamzis-kül^sees, wo die Tänzer eben so be-krittelt zu werden vflegen.

Bei dem WorteTaschentuch", von einer so süßen Stimmeausgesprochen, öffnete sich unsere Schublade gleichsam instinktartig:zwei bis drei Dutzende, alle von ausgesuchter Feinheit, wurden augen-blicklich auf dem Ladentische auSgcbreitet, während ich selbst und«in paar andere Tücher von der Elite mit, der Taktik eines geschicktenFeldherrn, der den Kern seiner Truppen in Reserve hält, vorerstnoch in den Hintergrund verwiesen wurden.

Die beiden Kunden waren Schwestern, das sah man auf denersten Blick. Beide waren hübsch, beinahe schön zu nennen, undder einfache Anzug, sowie das sichere würdevolle Benehmen kündigtesogleich die wahren Damen an. Selbst der Klang ihrer Stimme eine in New-Uork nicht gerade alltägliche Erscheinung ließauf einen ungewöhnlichen Grad von Bildung schließen. Im Laufedes Gespräches machte ich die Entdeckung, daß einer der bedeutend-sten Grundbesitzer der Gegend ihr Vater war und daß sie rechteigentlich zur vröme des Landes gehörten. Schon die Art desEmpfanges, der ihnen von Seiten der Commis zu Theil ward,ließ etwas AehnlicheS vermuthen, denn wenn auch ihre übrigenVorzüge ihnen schwerlich eine so eilige Aufmerksamkeit erworben

Das gestickte Taschentuch. 6