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ihren Mittel», und war auch durch das Befinden ihrer Großmutter nicht'durchaus geboten. Der menschenfreundliche Mann versprach zwar^noch ein und das andere Mal unentgeltlich nach der Patientin zuscheu, und hatte sein Wort auch eine Zeit lang gehalten, war aberbald einer Dienstleistung müde geworden, welche in der That keinenwirklichen Zweck hatte, und gegen das Ende des Monats bekam ihnAdrienne nicht mehr zu sehen.
So lange ihre tägliche Arbeit für ihre eigenen kleinen Be-dürfnisse auszureichen schien, blieb Adrienne verhältnißmäßig ruhigund machte fich unter Wachen, Thränen und Gebet auf den ge-fürchteten Augenblick gefaßt, der das letzte Band lösen sollte,welches sie an ein menschliches Wesen geknüpft hielte. Zwar lebtenihr noch einige entfernte Verwandte in Amerika, die im Beginneder Revolution von 1789 dahin ausgewandert waren; allein vonihnen war längst jede Spur verschwunden. Zn der That warendie männlichen Glieder gestorben und die Frauen waren Groß-mütterchen mit englischen Namen geworden, welche von einer FamilieNamens Rocheaimard wohl kaum noch einige Kunde besaßen. Vondaher hatte also Adrienne so wenig als von dem Manne im Mondzu erwarten. Aber die Schätze der Aussteuer waren so gut alserschöpft und der Borrath an baarem Geld hatte fich auf einenNapoleon nebst etwas kleiner Münze reducirt — eine neue Erwerbs-quelle mußte daher nothwendig, und zwar ohne Zeitverlust, ausfindiggemacht werden.
Unter den Kostbarkeiten der großmütterlichen Mitgift befandfich ein Stück ausgezeichnet feiner Spitzen, welche noch nie getragenworden waren; die Mcomteffe liebte es, sich durch deren Anblickan ihren früheren Glanz und Neichthum erinnern zu lassen undwürde wohl niemals in eine Trennung von ihnen gewilligt haben.Gleichwohl hatte Adrienne dieselben, mit dem Wunsche fle zu ver-kaufen, der Modistin, für welche sie arbeitete, vorgewiesen, allein derPreis, der ihr darauf geboten ward, erschien ihr so sehr unter dem