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manchen Schicksalswechscl überstanden hatte, nach genug Thatkraftgeblieben, um ihre Parthie nehmen zu können. Paris war derbeste Ort zur Verwerthung ihrer Schätze; dahin also machten sichbeide, sie und Adrienne, auf den Weg, ohne einen Augenblick längerzu verlieren.
Sie fingen damit an, ihr Glück in den Läden zu versuchen;aber ach! im Herbst 1830 war dies ein schlechter Markt für Ver-käufer! Da wurden täglich die kostbarsten Gegenstände für denzwanzigsten Theil ihres Ankaufspreises losgeschlagcn. So sah dieBicomteffc ihren kleinen Schatz mit jedem Tage sich vermindern,denn auch das Leihhaus mußte sich in seinen Geschäften nach demlaufenden Verkausswerthe der Pfandobjecte richten. Endlich geschah,was unter diesen Umständen nicht wohl auSbleiben konnte: Alter, Sor-gen und vor Allem der jüngste empfindlichste Schlag thatcn ihreWirkung; die alte Dame erlag solchem Nebermaß von Mißgeschick,wurde bettlägerig, hinfällig und grämlich.
So fiel nun die ganze Last auf die schüchterne, zarte, uner-fahrene Adrienne. Der Gedanke an das allgemeine NuskunftSmittelaller Mädchen in ihrer Lage — wenigstens in Ländern wie Frank-reich, wo die Kultur so weit vorgeschritten ist— nämlich durch Mit-theilung dessen, was sie selbst gelernt haben, an andere weiblicheIndividuen der dringendsten Noth zu entgehen, war auch Adriennenicht fremd geblieben. Im Gegeniheil war der Fall, daß sie nocheinmal Erzieherin oder Gesellschafterin werden müßte, von jeherals ein nicht ferne liegender betrachtet worden. In diesem Augen-blicke war aber bei Frau von Nocheaimard Befinden an etwas derArt gar nicht zu denken, wenn auch der Zustand des Landes ihr einesolche Aussicht gestattet hätte. Die arme Adrienne mußte also allenihren Muth zusammennehmen, und der verzweifelten Lage, in dersie sich befand, fest ins Auge blicken, um ihre Maßregeln mit Be-dacht nehmen zu können.
Armuth hatte Frau von Rochcaimard gezwungen, bei ihrer