der» in ein und dieselbe Garderobe, — mochte diese nun im Jn-oder Auslande, bei Fürste» oder Bürgern gefunden werden —eintreten zu dürfen. Zwar ließen einige von uns noch ein Wortvon der Herzogin von Berry, als unserer künftigen Gebieterin,fallen; allein dies wurde sogleich als eine keineswegs wünschens-werthe Parthie verworfen, da die Anficht vorherrschte, daß wir aufdiese Art sehr frühe in die Hände einer Kammerfrau übergehenwürden. Zuletzt faßten wir den weisen und philosophischen Ent-schluß, den Ausgang in Geduld abzuwarten, denn wir wußten nurzu gut, daß unser Schicksal gänzlich von den Launen des Zufallsund der Mode abhing.
Endlich schlug die ersehnte Stunde, da wir das Magazin un-seres Fabrikherrn verlassen sollten und — mochte nun geschehen,was da wollte — wir begrüßten ste mit frohem Entzücken. Wuß-ten wir ja doch, daß bei dem gegenwärtigen Zustande nur an einzielloses „Vegetiren" ohne die Wonne unserer früheren Lage zudenken war, wo wir mit festen Wurzeln an der Erde gehangen,wo lebende Sonnenstrahlen ihre Wärme in unsere Busen gegossenund balsamische Lüfte unsere Wangen gefächelt hatten. UeberdieSliebten wir die Abwechslung so gut wie andere Leute nnd hatten vonVegetation im eigentlichen wie im figürlichen Sinne nun wahrlichgenug gesehen, um vollkommen genug daran zu haben.
Wir verließen die Picardie im Juni 1830 und erreichten Parisam ersten Tage des folgenden Monats. Noch an demselben Tageüberstanden wir die Visitationsförmlichkeiten an den Barrieren undder nächste Morgen fand uns bereits in einem berühmten Laden,wo Artikel unseres Faches feilgcboten wurden. Man hatte uns dieEhre erwiesen, eine vertraute Gehilfin mit einem Fiaker zu schicken,in welchem wir den Weg von der Douane in das Magazin, welchenandere Maaren auf dem Rollwagen zu machen pflegten, ganz behag-lich auf den, Schooße unserer Begleiterin zurücklegten — so viel hatteder Ruf gewirkt, welcher bereits vor uns hergegangen war!