rothen Sandsteins herrühre, wie er auch auf unserer Erde häufigvorkommt, nur von lebhafterem Kolorit, und zwei weißstrahlendeStellen — vermuthlich seine Pole — hält man für die Reflexevon Polarschnee, welche bald mehr bald weniger blendend in'sAuge fallen, je nachdem jene Pole aus dem Frost eines zwölfmonatlichenWinters emporstarren oder der schmelzenden Gluth eines eben solangen Sommers ausgesetzt find."
Ich hätte mein Leben lang den Lehren dieses Astronomen zu-hören können — Lehren, die jedem Geschöpfe so eindringlich die Tugendder Demuth predigten und vom stillen Lobe der Allmacht des Schöpfersüberströmten. Wie gleichgültig war mirs nun, ob ich als bescheideneStaude von anderthalb Fuß Höhe oder als die stolzeste Waldeiche,ob ich als Mensch oder als Pflanze geschaffen war? War mir dochmit klaren Worten als Pflicht meines Daseins die vorgeschrieben,das erhabene Wesen, welches alle diese Wunder geschaffen hatte, zupreisen und meine Zeit in Zufriedenheit, in Andacht und im Lobedes Höchsten zu verleben. Wenn ich meine Eindrücke nicht durchdie thierischen Organe des Gehörs empfing, wenn sie von meines-gleichen nicht durch jene der Sprache weiter fortgepflanzt, jeneFunktionen vielmehr mittelst eigener Sinneswerkzeuge und durchOrgane verrichtet wurden, welche durch ihre Feinheit der gewöhn-lichen Beobachtung entgingen — war dies für mich ein Grund, michzu beklagen? Konnte es mir nicht genügen, daß ich die Größe undGüte Gottes erkennen, begreifen und fühlen konnte?
Ich darf wohl sagen, daß jene Vorträge mir zuerst den Wegzur wahren Philosophie bahnten, denn dort lernte ich zwischen End-lichem und Unendlichem unterscheiden, von dort an hörte ich auf,Andere zu beneiden, während ich alle meine Verehrung nur demEinen höchsten Wesen widmete. Die Gnade der Vorsehung erstrecktsich über alle Geschöpfe und jedes empfängt ihren Segen in derWeise, wie sie am besten zu seinem Vervollkommnungsvermögen paßt.
So habe ich — in enge Verbindung mit Menschen, zunächst