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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
307
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Leben lang meine Aussichten so oft verändert, zuweilen auch ganzvernichtet hat.

Sobald ich also vernahm, daß über meine Pensionirungnichts verhandelt worden war, bemächtigte sich meiner eben jenehöchst gefährliche Stimmung und ich überließ mich wieder meinemfrüheren Leichtsinn. Ich hatte seit Monaten keinen Grog mehrbezogen und das Trinken in der That gänzlich aufgegeben: jetztaber beschloß ich, bei der ersten besten Gelegenheit mich wieder tollund voll zu trinken. Ich wollte die Offiziere tüchtig ärgern, indemich etwas that, was sehr unrecht war und worüber ich mir selberhätte zürnen sollen.

Ich hatte die Schlüssel zum Keller des Hospitals in Verwahrungund schaute mich nun zuerst nach einem Bundesgenossen um, denich auch in der Person eines Baltimorcr Matrosen fand, welcheraus purer Trinksucht auf meinen Plan einging; dann schaffte ichein Quantum Wein auf mein Zimmer und wir beide setzten unsnun ernstlich dahinter. Es war Achter ckereS, und wir brauchtenneun Flaschen, um endlich die rechte Höhe zu erreichen: selbst diesesUebermaaß hatte mich noch nicht völlig zum Vieh gemacht, aberich war jetzt frech und ingrimmig geworden, schimpfte den Doktorund war nahe daran, mich sogar gegen Kapitän Latimer zuvergessen, der übrigens nicht zn den Offizieren gehört, mit welchenein Spaß immer räthlich ist.

Gleichwohl hatten diese Herrn, auch Kapitän Bolton miteingeschloffen, weit mehr Rücksicht für mich, als ich selber besaß,und ließen mich mit einem scharfen Verweise durchschlüpfen; dochwar dieser dumme Stretch daran Schuld, daß ich, wie sie es dortnennen, in das Heimalhspital gebracht wurde, als ob Pensacolanicht auch zu den Vereinigten Staaten und somit zurHeimath"gehörte.

Sobald derLevant" mich ans Land gesetzt hatte, schickte manmich in das Marinespital nach Brooklyn, wo ich einige Tage blieb