242
auSgoß, war mir in meinem Leben noch niemals oorgekommen.Bald hatte sich ein Haufen von Zuschauern um uns versammelt, wasmir das Blut vollends zu Kopf jagte: ich vackte den Mann undstieß ihn von der Werste in'S Wasser, doch so, daß er durch dieNähe einiger Nandpfähle vor jedem ernstlichen Unglücke beschütztwar, denn in diesem Punkte war ich sehr vorsichtig und wollteüberhaupt nur, daß er tüchtig genetzt werde, was ihm auch wirklichin vollem Maaße zn Theil wurde.
Die Zuschauer brachen in lauten Jubel aus, was ich als einenBeweis betrachtete, daß ich nicht so ganz Unrecht haben mochte.Von einer gerichtlichen Klage war diesmal nicht die Rede; ich gingvielmehr von der Werste gerades Wegs ans den „Coromandel,"ein Schiff, das ich schon seit mehreren Tagen als meinen Zufluchts-ort im Auge behalten hatte. Hier wurde ich als Untersteuermannangenommen, den» die Lektion, die ich jenem berüchtigten Grobianertheilt hatte, schien mir förmlich als Empfehlung zu dienen.
Der Coromandel war nach Cadir bestimmt und sollte von dortum das Kap Horn segeln. Für die Hinreise bestand unsere Frachtin Mehl; welche Häfen wir aber in Südamerika berühren sollten,das blieb mir noch ein Geheimniß; mit Ausnahme der Offizierewar unsere Mannschaft ausschließlich aus Schwarzen gebildet.
Bis herwärts vom Kap Trafalgar hatten wir eine glücklicheFahrt; hier aber erhob sich ein solcher Sturm aus Osten, daß wirzwei Tage lang jenseits des Kaps beilegen und dann im Hafen vonGibraltar vor Anker gehen mußten, wo wir etwa vierzehn Tageliegen blieben. Jetzt aber brach ein zweiter Orkan aus Südwestendaher, der eine furchtbare Stürzsee vom atlantischen Meere herein-jagte; er hatte Nachmittags begonnen, mit gleicher Heftigkeit dieganze Nacht über sortgedauert, und seine Wuth steigerte sich nachund nach immer mehr, bis er endlich ganz ernstlich mit den Schiffenzu „reden" begann, welche in großer Anzahl an dem Felsen vorAnker lagen.