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Unsere einzige Hoffnung beruhte auf der Aussicht, einem Küsten-schiffe in die Hände zu fallen, allein ich fing bereits an zu fürchten,daß wir längst über deren Bereich Hinausgetrieben hätten. Wirwaren ohne Lebensmittel, ohne Wasser, halb auf den Negelingen,halb in den Windungen der großen Schootc gelagert und keinervon uns wagte au zenem Tage seine Stellung im Geringsten zuverändern; nur hie und da wurde ein Wörtchen gesprochen, wobeiich mir alle Mühe gab, die Neger zum AuSharren zu ermuthigen,indem ich ihnen immer noch die Hoffnung vorhielt, daß uns nochirgend ein Fahrzeug aufstoßen würde. Ich hatte in diesem Punkteein Gefühl der Sicherheit, das vielleicht unvernünftig sehn mochte,aber ganz einfach aus meinem sanguinischen Temperamente hervor-ging, welches mich von je her etwas zu gleichgültig gegen dieZukunft zu machen pflegte.
Die Nacht brachte nur insofern eine Aenderung unserer Lage,als der Wind immer mehr an Stärke nachließ. Kurze Zeit vorSonnenuntergang hörte ich einen der Neger rufen:
„Master Ned — John fort."
Ich war eben vor den beiden Schwarzen gestanden, ohne geradeauf sic Acht zu haben, mochte wohl auch ein wenig geschlummert habenund als ich nun wirklich emporschante, fand ich in der That, daßeiner von den Negern verschwunden war.
Wie dies zugegangen, vermag ich nicht anzugeben, denn erschien mir früher gehörig festgebunden zu sehn; vermuthlich hatteer sich selbst losgemacht, war in seiner Erschöpfung in'S Wassergefallen und untergesunken, noch ehe ich ihn mit einem Blicke be-merkte. Doch war jetzt nichts mehr für den armen Burschen zuthun und sein Verlust brachte mich erst auf den Gedanken, daßunsere Lage doch schlimmer sehn möchte, als sie mir früher er-schienen war.
Manche meiner Leser — wie ich vermuthe inSgesammt lautergute Christen — werden wohl begierig sehn zu hören, ob ein