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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
229
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Die Schelme waren ausnehmend vergnügt und schienen mitihrem Fange sehr zufrieden zu sehn; sie machten allerlei schlechteWitze aus unsere Kasten, waren jedoch durch daS Gold so befriedigt,daß sie unsere Brefock zurückließen. Dafür hatten sie indessen dieKajüte ausgeplündert und mir einen Quadranten, eine Uhr undden größten Theil meiner Kleider mitgenommen, ohne übrigens aufdem Vorkastell einzudringen, obgleich unsere Leute daselbst einSümmchen von vierhundert Thalern unter einem Haufen Kehrichtund alter Taustücke versteckt hatten.

Mein mnthmaßlicher Schiffsgenosse gedachte übrigens meinerbis zum letzten Augenblicke. Als wir sein Fahrzeug erreichten,schenkte er mir ein Glas Branntwein ein und forderte mich auf,es anSzutrinken; ich hielt es aber für vergiftet und wollte nichtsdavon genießen. Er schien mich zu begreifen und trank es selbstmit bedeutungsvollem Blicke hinunter; dies machte mir Muth undohne Zögern nahm ich das nächste Glas, worauf er mir abzustoßenbefahl, was ich auch alsbald that, ohne einen zweiten Befehl hiezuabzuwarten, worauf die Piraten in demselben Angenblicke vondannen ruderten.

Wir bildeten ein höchst betrübtes Häuflein, sobald wir unswieder selbst überlassen waren. Der alte Franzose war in tiefeTrauer versunken, so daß wir alle Mitleid mit ihm hatten; er be-klagte sich jedoch nicht über den Schiffsjungen und überhaupt wurdenicht weiter über den geschehenen Raub gesprochen. Meine Wundewar nur unbedeutend; der alte Mann dagegen war dermaßenzerschlagen und übel zugerichtet, daß er kaum mehr aufrecht zugehen vermochte.

Sobald die Brise eintrar, liefen wir in Charleston ein, dawir nicht mehr die Mittel besaßen, um die Ladung einzukaufen, diewir zu MatanzaS cinzunehmen beabsichtigt hatten.

Dieß war das Erstemal, daß ich in Wirklichkeit den See-räubern in die Hände fallen mußte, wiewohl ich mehreremale nur