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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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jemals wieder gesehen und auch dies gehört zu dem Loose einesSeemannes, daß man heute die größten Mühen und Gefahren miteinander theilt, um morgen ohne viele Umstände getrennt zu werdenund sich nie wieder zu begegnen. Ich war noch jung, zählte kaumzwei und zwanzig Jahre und hätte selbst damals noch mein Rudereinstreichen endlich einmal Offizier und damit ein gemachterMann werden können.

Da ich wußte, daß ich sogleich nach dem Abschluß meinerRechnung in See gehen mußte, so fing ich an, meine Aussichtenetwas ernstlich in's Auge zu fasten. Mein bisheriges verschwende-risches Leben hatte ich nun herzlich satt und wollte deßhalb einelange Seereise machen, um nicht abermals auf denselben Weg derThorheit und des Lasters gerathen zu können. Ich machte mir oft bit-tere Vorwürfe über meine Aufführung und auch das Eigenthümlichemeiner Lage beschäftigte öfter meine Gedanken. Ich konnte wohlsagen, daß ich auf der ganzen weiten Welt weder Freunde nochVerwandte besaß:hatte ich den Hut auf dem Kobs, so war meinHaus gedeckt." Von meinem Vater wußte ich nichts und habespäter erfahren, daß er damals schon gestorben seyn mußte; meineSchwester galt mir wenig und ich erwartete nicht mehr, sie wiederzu sehen. Die Txennung von allen meinen früheren Ontariogenostenthat mir freilich leid, denn mit Ausnahme von Tom Goldsmith undJack Neilly habe ich später, nachdem ich mich von Barnet undMallet verabschiedet, keinen einzigen mehr zu Gesicht bekommen.Tom begegnete ich nach meiner Rückkehr von Domingo in denStraßen von New-Uork und sprach zwei Stunden lang mit ihmvon unseren alten Zeiten; er hatte in der englischen Gefangenschaftviel durchzumachen gehabt und war bis zum Frieden zu Kingstonin Obcrkanada festgehalten und sodann mit den übrigen entlassenworden dies war dar einzige und letzte Mal, daß ich mit TomGoldsmith zusammentraf. Mit Reilly hatte ich früher in einemHafen gelebt und werde später noch auf ihn zurück kommen.