118
bas Brod war schlecht, und das Fleisch nicht viel besser. Auch ge-schah es einmal, daß ein Haufen betrunkener Indianer im Vorüber-gehen eine Salve in unser Gefängniß abseuerte, welche aber zumGlück Niemand verwundete.
Nach Verlauf von drei Wochen bekam jeder von uns einenTornister und Lebensmittel auf zwei Tage: die Kleider wurden unsabgenommen mit der Weisung, wir würden sie nach unserer Rück-kehr znrückerhalten, was aber, glaub' ich, nur sehr wenigen vonuns begegnet ist. Ich hatte glücklicher Weise nichts zu verlieren,da meine Habseligkeiten mit dem Sconrge versunken waren; meinganzes Besttzthum auf Erden bestand aus einem Hemd, zwei Taschen-tüchern und einem alten niedergekrempten Hut, den man mir statteiner schottischen Mütze, welche ich auf der Julia erhalten hatte, aufden Weg mitgab; ich war ohne Schuhe und mußte in diesem Zu-stande bis Halifax fortwandern.
Dies Alles machte mir gar wenig Sorgen, denn ich besaß einensehr elastischen Geist unö war von der frohesten Laune beseelt.Meine größte Besorgniß war die, der oben erwähnte Offizier möchtesich meiner noch näher erinnern und endlich ein Erkennen meinerPersönlichkeit herbeiführen.
Unter der Leitung einer Kompagnie Glengarianer * und einerAbtheilung Indianer traten wir nun unfern Marsch nach Kingstonan; wir waren im Ganzen gegen achtzig Gefangene und wurdenzu zwei und zwei rangirt; die Indianer bildeten das Seitenkorpsund hatten, wie man uns zu verstehen gab, die Erlaubnis Jeden,der ans Reih' und Glied träte, niederznschießen und zu skalpiren.
Die ersten paar Tage'kam es uns sehr sauer an, denn unserWeg war nichts anderes als ein indianischer Jagdpfad, so daß stichmeine Füße bald in einem sehr schlimmen Zustand befanden; dabeimußten wir unter freiem Himmel kampircn und unsere einzige Nah-rung bestand aus rohem Fleisch, da nirgends ein Kochgeschirr zu» Ein schottisches Korps. D. U.