113
Kameradschaft unter den Trinkern hätte sich selbst bei einer länd-lichen Festlichkeit nicht auffallender kundgeben können.
Wenige Minuten später kam der Offizier, der mich mit seinemDegen verwundet hatte, mitten unter uns herabgesprungcn.
„Halloh! da haben wir ja ,die große Welt im unteren Stock/"schrie er beim ersten Blick, den er auf diese Scene warf, und for-derte einen andern Offizier auf, ebenfalls herabzukommen und denSpaß mitanzusehen.
„Kerzen weg," rief einer von uns — alle Lichter wurden aus-gelöscht, die beiden Offiziere nahmen den Whiskey in Beschlag, diemeisten Engländer rannten die vordere Lucke hinauf, wir von derJulia aber blieben unten sitzen.
Noch war keine Stunde verflossen, als wir uns schon auf denfeindlichen Schiffen vertheilt sahen: ich wurde auf den Royal George,Mr. Trant aber an Bord des Wolfe'S tranSportirt. Der Growlerhatte sein Bugspriet eingebüßt, war auch sonst stark beschädigt undhatte deßhalb gleichfalls die Flagge streichen müssen. Er zählteeinen Todten und mehrere Verwundete;^ bei uns war außer mirnicht ein Einziger zu Schaden gekommen. Wie durch ein Wunderschienen wir gerettet, denn jedes der feindlichen Schiffe hatte unseinen Puff beigebracht: eine Zeit lang waren wir ihnen sogar aufPistolenschußweite nahe gestanden und blieben überdies ihrem ganzenGeschützhagel bloSgestellt, da wir keine Bollwerke besaßen, weßhalbsich unsere Rettung bloS dadurch erklären läßt, daß der Feind zuhoch gefeuert hatte.
" Anspielung auf ein bekanntes englisches Lustspiel, das denselben Titel führt.
D. II.
" Kapitän Dcaeon starb vor mehreren Jahren vermuthlich in Folge eineram Bord des Growler in jener Nacht erhaltenen Verletzung. Dicht »ebenihm hatte nämlich eine Kugel in die große Spiere eingeschlagen und seitdieser Zeit klagte er fortwährend über Ohrenschmcrzen; nach seinem Todrfand man auch jene Seite des Kopfes sehr krankhaft und aufgeschwollen.
D. Herausg.