dagegen hielten wir die Entfernung zwischen beiden Geschwadernauch wiederum für zn groß, nm einen solchen Streich für wahrschein-lich zu achten — jedenfalls aber mußte auf unserer Seite irgend einEntschluß gefaßt werden.
Wir begannen demnach weiter zu rudern, ohne zu wissen, welcheRichtung wir cingeschlagen hatten; cs herrschte vollkommene Windstille,der Regen goß fortwährend in Strömen herab, das Blitzen aber wie-derholte sich nur in beträchtlichen Zwischenräumen und der Sturmhatte sich offenbar gegen die breiteren Theile des SceS hingezogen.
Während wir so fortruderten und uns über die Möglichkeitbesprachen, den Feinden in die Hände zu fallen, rief Tom plötzlich:
„Das Ruder gestoppt!"
Er hatte nämlich beim Leuchten des Blitzes ein Schiff bemerkt,welches er der Grüße nach für ein englisches hielt; da er aber voneinem Schooner sprach, so dachte ich, es müsse eines unserer Fahr-zeuge sehn; ich ließ mir nun von ihm die Richtung bezeichnen, erkannteauch beim nächsten Wetterleuchten mit großer Freude, daß ich michin der That nicht getäuscht hatte.
„Boot, ahoy!" wurden wir alsbald angerufen, noch ehe wirweiter zu rudern angefangen hatten.
Zch gab sogleich Antwort.
„Wenn ihr noch einen Strich weiter rudert, werde ich Feuerauf euch geben lassen" — lautete die Erwiederung — „was fürein Boot? Ruder beigelegt oder ich lasse auf euch feuern."
Man hielt uns offenbar für ein feindliches Fahrzeug; ichfragte deßhalb, was für einen Schooner wir vor uns hätten. —Keine Antwort; nur die Drohung, beim nächsten NiemenschlagFeuer zn geben, wurde wiederholt.
„Die Stimme ist mir bekannt — eS ist der alte Trant," be-merkte ich gegen Tom.
„Ei bewahre, wir sind ganz auf die falsche Fährte gerathen,"meinte dieser.