Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11

hätte, läßt sich »»möglich bestimmen; wahrscheinlich wäre ich nachdem Tode meines Vaters in Vergessenheit gerathen, wie dieß auchbet meiner Schwester der Fall gewesen zu seyn scheint, welche indem Hause, in dem sie lebte, anfänglich als ein Glied der Familiebetrachtet und behandelt, später aber zu einer Art bevorzugter Die-nerin dcgradirt wurde.

Ich habe später erfahren, daß Mr. Marchinton meinethalbengenaue Nachforschung anstellen ließ; er glaubte, ich wäre ertrunken,weßhalb an verschiedenen Stellen des Hafens nach meinem Leichnamgefahndet wurde. Diese Ansicht erhielt sich so lange, bis die Nachrichtvon meiner Anwesenheit in New-Vork seine Familie erreichte.

Mein Erscheinen auf dem Verdeck gab Veranlassung zu vielenScherzen zwischen dem Kapitän des SchoonerS und seinem Steuer-mann: ich wurde tüchtig ausgelacht, im Ganzen aber nicht übelbehandelt. Ich hatte das Amt des Kochs zu übernehmen aufdiesem Fahrzeug keineswegs eine schwierige Aufgabe, da die Com-büse* nur aus einem Heerd mit zwei Topfen bestand und dieGerichte überhaupt sehr einfach waren. In der Kajüte vertrat derSassafras die Stelle des TheeS, während gekochtes Nind- undSchweinefleisch das Mittagessen bildete.

Am ersten Tage wurde ich meiner Dienstverrichtungen ent-hoben, weil ich seekrank wurde; am andern Morgen aber machteich mich alles Ernstes an die Arbeit. Mir hatten eine lange Fahrtund meine Lage war nicht sehr erfreulich, da der Schooner sehrfeucht war, und die Wellen, die zuweilen über ihn hcreinschlugen,mir häufig das Feuer auslöschten. Auf dem Deck befand sich eineLadung Schindeln und ich hatte bald entdeckt, daß diese zum An-zünden vortrefflich geeignet seyn müßten; aber es war gegen dieSchiffsregeln, von der Ladung etwas zu verbrennen, und mein Freund,der Steuermann, mußte mich erst durch allerhand Püffe über diesen

Schiffsküche.

D. U.