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wir auch den Verlust des süßen Mädchens bedauern müssen,können wir ihn doch kaum beklagen. Wäre ich nicht Luis de Bo-badilla, Dein Gälte, meine Theure, so würde ich sie eher als
einen Gegenstand des Neides denn als einen Gegenstand des Mit-
leidens betrachten."
„Ach, Luis, Deine Schmeichelworte tonen zu angenehm, unigetadelt werden zu können, aber sie sind kaum ziemlich. Selbstdas Glück, das ich in der Neberzeugung von Deiner Liebe und indem Bewußtschn fühle, daß unser Schicksal, unsere Namen undInteressen auf's innigste verbunden sind - - ist in der That nurein Elend in Vergleichung mit den himmlischen Freuden der Seli-gen, und wie innig wünsche ich, daß OzemaS Seele zu diesenWonnen erhöht worden sehn möge."
„Zweifle nicht daran, Mercedes! Gewiß ist ihr Alles geworden,worauf ihre HcrzenSgüte und Unschuld Anspruch machen kann.Ach, wenn sie sich nur halb so glücklich fühlt, als ich mich fühle,indem ich Dich so an meinem Herzen halte, so dürfen wir sie nicht
bellagen, und Du sagst, sie erfreue sich — oder werde sich einer
zehnmal größeren Seligkeit erfreuen."
„Luis — Luis — sprich nicht so! Wir wollen noch weitereMessen für sie in Sevilla, BurgoS und Salamanka lesen lassen."
„Wie Du willst, meine Liebe. Laß sie jährlich, monatlich,wöchentlich, für immer oder so lange lesen, als eS die Geistlichenfür nöthig halten."
Mercedes lächelte dankbar und die Unterhaltung wurde jetztweniger peinlich, obgleich sie sortfuhr, wehmüthig zu sehn. EineStunde verging in dieser Weise, während welcher das Gesprächjenen süßen Character trug, welcher den Verkehr zärtlich Liebenderbezeichnet. Mercedes hatte bereits eine große Gewalt über die un-gestümen Neigungen und Gefühle ihres Gatten erlangt, und ihnwirklich allmählich, ohne eS selbst zu wissen, zu dem Manne umge-