612
ob Fonseka, der jetzt so vielen Einfluß auf die AngelegenheitenIndiens übt, wirklich mein Freund ist. Dann gibt es auch EinenDeines Namens und Deiner Familie, der mich bereits mit miß-günstigen Augen betrachtet hat, und dem ich gar wenig Guteszntraue, wenn sich eine Gelegenheit darbieten sollte, mir zu schaden."
»Ich kenne ihn wohl, Don Christoph, und betrachte ihn alseinen Mann, der dem Hause Bobadilla wenig Ehre macht."
»Demungeachtet steht er bei dem Könige in Gunst, was indem gegenwärtigen Augenblicke von großer Wichtigkeit ist.
„Ach! Scnuor, von diesem schlauen und doppelzüngigen Mo-narchen dürft Ihr nichts Edles erwarten. So lange DonnaJsabella'S Ohr der Wahrheit zugänglich erhallen werden kann, istnichts zu fürchten; aber Don Ferdinand wird mit jedem Tageselbstsüchtiger und engherziger. Guter Gott! Daß ein Mann,der in seiner Jugend ein so tapferer und kühner Ritter war, nuner zu Jahren kömmt, in eine Gemeinheit verfällt, wie man sienicht einmal bei einem Mauren findet! Meine edle Tante zähltjedoch allein schon für ein Heer und wird stets sortfahren. Euchso treu zu dienen; als fle angefangen hat."
„Gott ist der Lenker aller Dinge, und eS wäre Frevel, seinerWeisheit und Gerechtigkeit zu mißtrauen. Und nun, Luis, einWort hinsichtlich Deiner selbst. Die Vorsehung hat Dich zumHüter des Glückes eines Wesens gemacht, wie es selten diesseitsder Thore des Himmels gefunden wird. Der Mann, der miteinem so tugendhaften und treue» Weibe, wie das Deinige, gesegnetist, sollte in seinem Herzen einen Altar errichten, auf dem er täglich,ja stündlich Gott sein DankeSopfer für diese Gabe bringt; denn ererfreut sich des reinsten und des dauerndsten aller Erdengüter unddarf daher nie dieses Schatzes vergessen. Ein Weib, wie Mercedes,ist ein so zartes als seltenes Wesen. Laß daher ihren Gleichmuts)Dein Ungestüm zügeln, ihre Reinheit Deinen eigenen roheren Stoffveredeln, ihre Tugend Dir zum Vorbild dienen, ihre Liebe die